Alles lief wie geschmiert für die Mannschaft von Claude Onesta. Alle Stärken des französischen Handballs blitzten auf und machten klar den Unterschied aus. Der beste Torwart der Welt, die beste Defensive und die Offensive mit dem besten Individualisten, dazu der beste Spieler der Welt mittendrin, triumphierten.
Island zeigte sich von Anfang an mutig, aber richtig mithalten konnte es nur für 12 Minuten (4:4). Thierry Omeyer, der überragend parierte und eine Traumquote von 49% verzeichnete, und eine ganze starke Abwehr begannen langsam, die Isländer zu verunsichern. Binnen fünf Minuten zog Frankreich auf 9:4 davon und eröhte seinen Vorsprung bis auf 7 Tore (13:6/24.). Zur Halbzeit stand es 15:10. Allerdings nur, weil der Favorit zwei Zwei-Minuten-Strafen kassierte und Stefansson, G.V. Sigurdsson und ihre Teamkollegen die Überzahl nutzten. Große Hoffnungen, die Partie umzudrehen, hatte Island jedoch nicht mehr, auch wenn fünf Tore im Handball nicht viel bedeuten.
Gleich nach dem Seitenwechsel machte der Europameister von 2006 jedem klar, dass dieses Spiel nur zu seinen Gunsten entschieden werden kann. Zwanzig Minuten vor dem Ende stand es 21:12; ein Neun-Tore-Polster, das die Begegnung definiv entschieden hat. Vorne zeigte vor allem Nikola einmal mehr eine Leistung, die des besten Spielers der Welt würdig ist. Acht Tore bei neun Versuchen und vier Anspiele in 47 Minuten.
Aber der Verdienst dieses Titels gebührt dem ganzen französischen Team. Es konnte keine andere Mannschaft Olympiasieger werden als Frankreich. Les Blues schlugen gleich zweimal Titelverteidiger Kroatien, dazu den Olympia-Dritten Spanien, die fünftplatzierten Polen und am Schluss die Überraschung des Turniers, Island.
Besser geht es kaum!
Frankreich: Omeyer (19/1 Paraden), Karaboué (2 Paraden) - Dinart, Burdet (4), B. Gille (5), G. Gille, Narcisse (2), Girault (1/1), Karabatic (8), Kempé, Abati (1), Abalo (4), Guigou (3/1), Paty.
Island: Gustavsson (12 Paraden), Gudmundsson (0 Paraden) - Geirsson (3), S. Sigurdsson (1), Hallgrimsson, Atlasson (4), V.G. Sigurdsson (3), Gudjonsson (4/3), Stefannsson (5), Asgeirsson, Petersson (2), Jakobsson, Gunnarsson (1), Inigmundarson.
Gold : Frankreich
Silber : Island
Bronze : Spanien
4. Kroatien
5. Polen
6. Russland
7. Dänemark
8. Südkorea
9. Deutschland
10. Ägypten
11. Brasilien
12. China
Torhüter : Thierry Omeyer (Frankreich)
Linkaußen : Gudjon Valur Sigurdsson (Iceland)
Linker Rückraum : Daniel Narcisse (Frankreich)
Rückraum Mitte: Snorri Steinn Gudjonsson (Island)
Rechter Rückraum: Olafur Stefansson (Island)
Rechtsaußen : Alberto Rocas (Spanien)
Kreisläufer: Bertrand Gille (Frankreich)